Ein Besuch im Reservat gehört zu jedem Südafrikabesuch dazu. Zu den bekanntesten gehören wohl der Krüger Nationalpark oder der Addo Elephant Park. Aber auch nicht weit entfernt von Kapstadt gibt es eine gute Auswahl an meist kleineren Reservaten. Ich muss zugeben, ich bin selber Opfer meines eignen Jobs und lasse mich über die unterschiedlichsten Kanäle influencen. So fiel meine Wahl, bei der Suche nach dem richtigen Reservat, auf das Gondwana Game Reserve.

Etwa 4 Stunden von Kapstadt entfernt, bei Mossel Bay gelegen, war das Gondwana Game Reserve, nach Knysna, der nächste Stopp auf unserer Reise. 12.000 Hektar groß und Herberge der Big 5. Übernachtungen werden in Lodges, mit Platz für 2 Personen, oder in größeren Villen, ausgelegt für mehrere Personen oder Gruppen, angeboten. Wir wählten 4 Nächte in einer Kwena Lodge, einer ca. 80 qm großen Rundhütte, mit Glasdach über dem Bett, offenem Badezimmer und einem Ausblick auf die weite und schöne Landschaft.
Die Lodges verteilen sich in einem Halbkreis links und rechts neben der Rezeption, an die ein Souvenirshop, die Bar, das Restaurant und ein Pool angrenzen. Die größeren Villen liegen im Reservat verteilt.

Wählen kann man bei der Buchung zwischen Halbpension, mit Frühstück, Nachmittagstee und Abendessen, oder Vollpension – zusätzlich mit Mittagessen. Getränke zum Lunch und Dinner sind nicht im Preis enthalten. Beim Frühstück kann man aus einem reichhaltigen und vielfältigen Buffet wählen. Zusätzlich gibt es verschiedene Eierspeisen à la carte. Mittag- und Abendessen werde auch à la carte serviert, wobei für jeden Gang zwischen zwei Alternativen wählen kann.

Der Tag im Reservat ist gut geplant. Um sechs Uhr startet der Morning Game Drive, anschließend kann bis halb elf gefrühstückt werden. Wer Vollpension gebucht hat, hat zwischen dreihzehn und vierzehnuhrdreißig die Möglichkeit zum Lunch. Um sechzehn Uhr gibt es einen Afternoon Tea, bevor eine halbe Stunde später der Afternoon Game Drive startet. Anschließend geht es im „Game Drive Look“ zum Dinner.

Die beiden täglichen Gamedrives finden im offenen Geländewagen statt, mit Platz für maximal 10 Personen. Der Sammelpunkt für die Game Drives ist ca. eine halbe Stunde vor Abfahrt an der Bar. Während seines Aufenthaltes wird man einem festen Guide/Ranger zugewiesen. Wir hatten Natascha. Sehr geduldig, immer bemüht uns soviel wie möglich zu zeigen und zu erzählen. Wir haben nicht nur eine Menge über die Tiere im Reservat gelernt, sondern könnten uns jetzt auch rein theoretisch am Sternenhimmel orientieren. Zu jedem Game Drive gehört auch eine kleine Pause mit Getränken, Snacks und einer atemberaubenden Aussicht auf die Weite des Reservats. So tranken wir Morgens unseren Tee mit Zebras oder Abends einen Wein bei den Giraffen.

Vor unserem ersten Game Drive konnten wir nur im Bruchteil erahnen was uns wirklich erwartet. Wir begegneten sofort Antilopen, Gnus und Zebras, die zahlreich im Reservat vertreten sind. Ebenfalls machten wir Bekanntschaft mit den Nashörnern und Elefanten. Majestätisch, wunderschön und ehrfurchtsvoll, wenn sich diese Geschöpfe durch die Natur bewegen.

Gut zu wissen – Nashörner und Löwen tragen im Reservat einen GPS Tracker. Es dient zum Schutz der Tiere und der Menschen, denn niemand möchte morgens einen Löwen auf der Terrasse finden.

Wir haben auf unseren Game Drives jede Tierart gesehen, die im Reservat beheimatet ist. Ob Nashorn, Elefant, Löwe, Zebra, Giraffe, Nilpferd, aller Hand Vögel und vieles mehr – es war alles dabei. Auch wenn vom Reservat die Big 5 versprochen werden, bekommt man den Leoparden nicht zu Gesicht. Denn es gibt keinen Leoparden mehr im Reservat. Da sich die Tiere absolut frei im Reservat bewegen, ist es aufgrund der Größe nicht möglich beide Raubkatzen – Leopard und Löwe – zu halten.

Unser Aufenthalt hatte wirklich viele besondere und ehrfurchtsvolle Momente. Die Tiere in freier Natur zu erleben und Ihnen mit Respekt zu begegnen, dazu die Stille und die Natur haben uns beide sehr geerdet. Ein ganz besonderer Moment ist uns auf unserem letzen letzten Game Drive, am Abend vor unserer Abfahrt, begegnet. Eigentlich wollten wir nur einen Abstecher zu den Giraffen machen. Die selbe Idee hatten aber auch ein paar der Elefanten, die sich anfänglich im dichten Gebüsch versteckten. Auf ihrem Weiterweg marschierten sie in Reih und Glied recht nah an unserem Wagen vorbei, was mir die Tränen in die Augen trieb. Nicht aus Angst, sondern von der Anmut und Schönheit dieser Tiere bewegt. Noch heute bin ich absolut berührt vor diesem Augenblick.

Fazit
Wir würden das Reservat jederzeit wieder buchen und auch weiterempfehlen. Vier Nächte Aufenthalt waren für uns, bedingt durch 2 Tage schlechtes Wetter mit Gewitter, perfekt. Wir mussten nicht jeden Game Drive mitfahren und konnten auch mal etwas ausspannen, lesen und schlafen.
Zwei Nächte könnten etwas kurz sein, da der letzte Game Drive unmittelbar vor dem auschecken erfolgt. Konzentriert man sich nur auf ein Reservat wäre unsere Empfehlung drei Nächte zu buchen, basierend auf unseren Erfahrungen.
Das Gondwana Game Reserve bietet wirklich was es verspricht. Und mit etwas Glück begrüßen einen nach einem Mittagsschlaf Zebras auf der Terrasse oder Elefanten löschen ihren Durst am Pool, wie man es von Instagram her kennt. So hatte auch bei unserem Aufenthalt eine Gruppe Zebras den Weg zu den Hütten gefunden und wanderte von Terrasse zu Terrasse.


