Kapstadt war Start und Ziel unserer Reise. Bevor wir zu unserem Roadtrip aufgebrochen sind, hatten wir noch einen Nachmittag und eine Nacht in Kapstadt. Eine Strecke von knapp 600 km in einem fremden Land und mit Linksverkehr wollten wir mit Ruhe und ausgeschlafen angehen.

Nach Einreise organisierten wir uns erst einmal eine Prepaid Karte fürs Handy, besorgten am Geldautomaten ein paar Rand und holten unseren Mietwagen ab. Nachdem wir unser Zimmer in einem Guesthouse in Green Point bezogen hatten, verbrachten wir den Rest des Tages an der V&A Waterfront. Die V&A Waterfront, verdankt ihren Namen zwei Hafenbecken, die nach Königin Victoria von England und ihrem Sohn Alfred benannt sind. Sie ist ein recht touristisch angehauchter Platz im Herzen von Kapstadt, mit vielen kleinen und großen Läden, Souvenirshops, Cafés und Restaurants, die zum Schlendern einladen. Wer mag kann das Zeitz Mocca in der Nähe besuchen und zeitgenössische Afrikanische Kunst bestaunen oder wie wir einfach bei einem Glas Wein den Trubel aus einer der Bars heraus beobachten.

Den krönenden Abschluss unserer Reise bildeten drei Tage in Kapstadt. Wir wollten eine entspannte Zeit mit genügend Raum für alle möglichen Aktivitäten und Erkundungstouren haben. Den Weg von Franschoek nach Kapstadt haben wir natürlich so gut es geht genutzt um so viel wie möglich zu sehen. So planten wir einen Halt in Muizenberg und am Kap der guten Hoffnung ein und wollten einen Teil der Strecke über den Chapman´s Peak Drive zurücklegen.
Muizenberg, ein an der False Bay gelegener Vorort von Kapstadt und berühmt für seine bunten Umkleidehäuschen am Strand, sollte unser erster Zwischenstopp sein. Die Häuser befinden sich in der Nähe der Promenade, nahe dem Stadtzentrum. Parkplätze sind im Stadtzentrum ausreichend vorhanden und gut ausgeschildert. Wir haben ein kleines Stück außerhalb geparkt und sind den Strand in Richtung der bunten Holzhütten entlanggelaufen. Der Strand ist an sonnigen Tagen von Einheimischen und Touristen gut besucht. So trifft man eine bunte Mischung aus Sonnenanbetern, Spaziergängern, die mit Ihren Vierbeinern unterwegs sind oder kann die Surfer auf ihren Brettern beobachten. Und natürlich versammeln sich auch diejenigen am Strand, die die Kulisse für Fotos nutzen möchten.

Weiter ging es über Kalk Bay und Simon´s Town. Von der Straße kann man den ein oder anderen Tide Pool entdecken. Dies sind ins Meer eingelassene Schwimmbecken, die sich von alleine mit Meerwasser füllen und eine gute Alternative für alle bieten, die keine Lust auf eine spontane Haiwarnung haben. Denn Haie besuchen manchmal die Strände Südafrikas. Kurz haben wir überlegt am lokalen Strand „Water Edge“ oder am berühmten Boulders Beach einen Zwischenstopp einlegen, um noch einmal einen Blick auf die niedlichen Pinguine zu werfen. Aber sie hatten uns ja schon in Betty´s Bay verzaubert und so haben wir uns, mehr oder weniger schweren Herzens, entschieden diesen Stopp für die nächste Südafrika-Reise aufzuheben. Immerhin hatten wir noch einiges auf unserer Sightseeing-Liste stehen und allzu spät wollten wir auch nicht in unserem Hotel ankommen.
Als nächstes Stand ein Besuch am Cape of Good Hope, dem südwestlichsten Punkt Afrikas, auf dem Tagesplan. Das Kap liegt in einem großen Nationalpark und wie in jedem Nationalpark, den wir in Südafrika besucht haben, zahlt man auch hier Eintritt. Am Eingang erhält man einen Park-Plan, mit allen Infos zu Sehenswürdigkeiten, Wanderrouten und vielem mehr. Unser erstes Ziel sollte einer der berühmtestes Fotostopps sein, das Cape of Good Hope Schild, bevor wir uns im Anschluss den Leuchtturm am Cape Point näher anschauen wollten.

Auf unserer Fahrt zum Touristenhighlight durch den Nationalpark, passierten ein paar Strauße unseren Weg. Mit etwas Glück bekommt man auch wilde Zebras oder Antilopen zu Gesicht. Angekommen gibt die Möglichkeit zu einem bzw. zwei Aussichtspunkten aufzusteigen. Belohnt wird man mit einer unbeschreiblichen Aussicht und die unendlichen Weiten des Meeres. Nach einer kurzen Pause und etwas Sonne tanken, haben wir uns zum obligatorischen Touri-Foto wieder auf den Weg nach unten gemacht. Man muss schon ein wenig vorfuschen, um ein gutes Bild zu bekommen. Naja, und etwas Geduld braucht es auch.

Anschließend ging es für uns zum Cape Point mit seinem Leuchtturm. Den Weg hinauf kann man zu Fuß oder mit der Seilbahn bewerkstelligen. Aufgrund des wirklich warmen Wetters entschieden wir uns für die Seilbahn. Wenn ihr den Hinweg zu Fuß und die Rückfahrt mit der Seilbahn zurücklegen wollt, müsst ihr euch unbedingt an der unteren Seilbahnstation ein Ticket für die Rückfahrt besorgen – denn die obere Seilbahnstation verfügt über keinen Ticketschalter. Von der Seilbahnstation läuft man noch einige Stufen hoch zum Leuchtturm und wird am Ende mit einer Aussicht belohnt. Fast hat man das Gefühl, man ist am Ende der Welt angekommen.
Wir hatten zwar schon ein paar Baboon-Geschichten gehört, wie sie Touristen das Essen aus den Händen entreißen oder Rücksäcke plündern, aber bis zum Cape Point hatten wir die Affen nur am Straßenrand sitzen sehen. Hier sollten wir allerdings live miterleben, wie der kurz abgelegte Rucksack eines Kindes den Baboons zum Opfer fiel. Also Vorsicht vor diesen eher aufdringlichen und aggressiven Tieren, auch wenn sie auf den ersten Blick niedlich wirken.

Nachdem wir dieses touristische Highlight auf unserer „Wollen wir in Südafrika sehen“ Liste abhaken konnten, hieß es nun Endziel Kapstadt. Einen Teil der Strecke wollten wir über den Chapman´s Peak Drive zurückzulegen. Eine neun Kilometer lange mautpflichtige Küstenstraße auf der Kap-Halbinsel. Zwischen Meer und steilen Felswänden, geht es vorbei an Noordhoek Beach und der Bucht von Hout Bay. Hinter jeder der 114 Kurven erwartet einen eine neue grandiose Aussicht. Mit ausreichend Parkbuchten entlang der Strecke ist für jede Menge Möglichkeiten für Fotostopps gesorgt.

Angekommen in unserem wunderschönen Boutique Hotel im Camps Bay mit Blick auf den Lion´s Head, hieß es am Abend für uns nur noch Essen gehen und die Eindrücke des Tages Revue passieren lassen.
Die Tage in Kapstadt wollten wir so gut es geht nutzen und möglichst viel von dieser beeindruckenden, vielfältigen und lebendigen Stadt sehen. Eine Tour mit den typischen roten Hop-on Hop-off Bussen ist perfekt, um einen guten Überblick zu bekommen. Da es Sonntag war, haben auch wir die Gelegenheit genutzt, die Stadt auf diese Art und Weise zu erkunden. Es gibt insgesamt 3 Tour Offices – in der Long Street, an der V&A Waterfront und in Camps Bay.

Beim Frühstück hatten wir uns mit Jo, der Besitzerin unseren Hotels unterhalten. Wir wussten bis dato nur, dass wir die Bus-Tour machen wollten. Und sie füllte sie die unterschiedlichen Haltestellen für uns mit Ideen für Abenteuer. So ging es für uns von Camps Bay einmal wieder zu V&A Waterfront. Auf dem Weg entlang der Küste, beobachteten wir die Paraglider, die vom Signal Hill oder Lion´s Head gestartet sind und an der Promenade von Sea Point landeteten.
Einer der Tipps von Jo war der Hand Crafted Market an der V&A Waterfront. In einer riesigen Halle findet man aller Hand lokal und regional hergestellte Produkte und Souvenirs. Neben einer schönen Halskette, durfte auch ein Korb von mia mélange mit nach Hause. Nach einer Runde über die Promenade der Waterfront haben wir im Anschluss den Oranjezicht City Farm Market besucht. Der regionale Biomarkt liegt hinterm Stadion auf einer teilweise überdachten Fläche. Neben frischen Lebensmitteln und Blumen, bieten viele Stände auch Speisen und Getränke zum direkten Verzehr an. Ob herzhaft oder süß – hier findet jeder etwas nach seinem Geschmack. Ausreichend Sitzmöglichkeiten sind vorhanden. Und so lädt der Markt an bestimmten Tagen zum Probieren und Verweilen ein. Leider hatten wir viel zugut gefrühstückt und haben nur eine super leckere Limonade in der Sonne genossen. Beim nächsten Mal wissen wir besser Bescheid und kommen zum langen Frühstück auf den OZCF Markt.
Als nächstes brachte uns der Hop-On Hop-Off Bus zur Haltestelle Long Street. Hier kreuzen sich 3 Busrouten. Die gelbe Route führt durchs Zentrum von Kapstadt. Vorbei am Mount Nelson Hotel, dem District Six Museum oder dem Castle of Good Hope bekommt man einen guten Eindruck über die Geschichte Südafrikas und Kapstadts. Die Route sollte uns bei unseren späteren Spaziergängen durch die City einen guten Überblick zur Orientierung geben. Bevor es wieder nach Camps Bay zurück ging, wollten wir den Nachmittag im botanischen Garten Kirstenbosch ausklingen lassen. Der botanische Garten liegt am Osthang des Tafelbergs und gilt als einer der schönsten botanischen Gärten der Welt. Er ist ebenfalls berühmt für seinen Tree Canopy Walkway, eine Brücke aus Holz und Stahl, die sich wie eine Schlange durch die Bäume windet und die wir uns natürlich nicht entgehen lassen wollten. Im Sommer werden im botanischen Garten Konzerte und Open Air Kino angeboten oder aber man trifft sich bei schönem Wetter zum Picknick.

Für den nächsten Tag hatten wir uns eigentlich einen Besuch auf dem Tafelberg vorgenommen. Aber der Berg meinte es nicht gut mit uns und begrüßte uns eingehüllt in eine Decke aus Wolken, während der Rest der Stadt in der Sonne glänzte. Sobald die Wolkendecke aber aufbrechen sollte, wollten wir unser Glück aber versuchen. Daher machten wir uns zunächst auf den Weg um das Bo-Kaap zu erkunden. Das muslimische Viertel ist vor allem wegen seiner bunten Häuser ein Anziehungspunkt für Touristen. Nur ein paar Tage vor unserem Besuch, hatten auch Prinz Harry und Meghan Markle, auf ihrer Afrikareise, Kapstadt und das Bo-Kaap besucht. Das hatten wir durch ein englisches Touristen Pärchen erfahren. Sie baten und ein Foto von Ihnen zu machen, an der Stelle wo Harry und Meghan ein paar Tage vorher standen. Weil wir die Situation so witzig fanden, baten wir die beiden um den gleichen Gefallen.
Vom Bo-Kaap starteten wir einen Spaziergang durch die Stadt – über den Green Market Square, durch den Company´s Garden und vorbei am Houses of Parlament. Als Abschluss der Runde haben wir uns an eine echte Kapstädter Spezialität getraut – ein Gatsby. Das Gatsby ist ein riesiges Sandwich. Da wir von anderen Reisenden, die wir im Reservat kennen gelernt hatten, schon eine Vorahnung bekommen hatten wie groß ein ganzes Gatsby ist, wählten wir ein halbes Sandwich belegt mit Salat, Pommes und Steakstreifen.
Nachdem der Vormittag, wie im im Flug vergangen war, wollten wir schauen was der Tafelberg sich in der Zwischenzeit überlegt hatte. Die Wolkendecke war zwar nicht ganz verflogen, ließ die Spitze des Berges samt Bergstation aber immer wieder in der Sonne erstrahlen. Also machten wir uns so schnelle es ging auf zur Talstation der Gondel. Wie schon so oft auf dieser Reise hatten wir mal wieder Glück – keine Schlange am Ticketautomaten und auch nicht an der Gondel. Es spielt keine Rolle, ob man als Erster oder Letzter in die Gondle einsteigt, denn sie dreht sich um 360 Grad während der Fahrt. Somit genießt man schon bei der Auffahrt einen Blick über Kapstadt, egal wo man in der Gondel steht. Der Tafelberg belohnte uns mit einem wunderschönen Ausblick in Richtung Stadion und V&A Waterfront. Der Blick auf die andere Seite in Richtung Clifton und Camps Bay blieb uns durch die Wolkendecke jedoch verwehrt. Leider verschlechterte sich das Wetter recht schnell und die Wolken ließen keinen Blick nach unten mehr zu, also hier es wieder ab nach unten. Auch wenn wir nur einen kurzen Ausblick genießen konnten, hat der Tafelberg uns in seinen Bann gezogen. Wir kommen wieder, werden aber das nächste Mal den Aufstieg per Fuß zurücklegen. Und wir werden den ersten sonnigen und windstillen Tag nutzen, den wir in der Stadt sind.

Leider hieß es am nächsten Tag schon wieder Abschied nehmen. Die letzten Stunden in Kapstadt haben wir auf dem Gelände der Old Bisquit Mill im Stadtteil Woodstock verbracht. Auf dem ehemaligen Industriegelände findet Samstag immer ein Markt statt, aber auch unter der Woche kann man sich zwischen kleinen Boutiquen, Cafe´s und Ateliers seine Zeit vertreiben. Auf dem Gelände der Old Bisquit Mill gibt es auch einen kostenpflichtigen Parkplatz, der über eine Schranke zu erreichen ist.

Von Woodstock ist es nicht mehr weit zum Flughafen. Die Rückgabe des Leihwagens ist am Flughafen sehr gut organisiert. Und nachdem auch das erledigt war, hieß es für uns Abschied nehmen, von diesem beeindruckenden Land. Aber wir wissen jetzt schon, dass wir ganz bald wieder kommen werden.
Hotels in Kapstadt
Unsere Hotels in Kapstadt waren ganz wundervoll – natürlich gebucht über Martha und Klaus. Eine Nacht verbrachten wir in einem kleinen Guesthouse in Green Point. Drei weitere Nächte in einem kleinen Boutique Hotel in Camps Bay. Beide Unterkünfte können wir absolut weiterempfehlen. Besonders das Boutique Hotel in Camps Bay hat uns mit seiner herzlichen Art und der atemberaubenden Aussicht auf den Strand und den Lion´s Head verzaubert. Auch durch die Besitzerin Jo, macht das Hotel zu einem ganz besonderen Ort.
Restaurantempfehlungen in Kapstadt
Codfather – Seafood & Sushi
Das Codfather ist eine Mischung aus Sushi Restaurant und gehobenem Fischimbiss. Entscheidet man sich für den tagesfrischen Fisch ist das Prinzip ganz simpel: Man ergründet zusammen mit seinem Kellner die Frischetheke, mit dem tagesaktuellen frischen Fisch in der Auslage. Fast so als würde man beim guten Fischhändler einkaufen gehen. Die persönliche Auswahl wird dann frisch gegrillt und mit Kartoffeln, Gemüse oder Reis zusammen serviert. Der Fischpreis richtet sich nach Gewicht und Tagespreis. Zur Wahl stehen neben jeglicher Sorte Fisch auch Gambas, Langusten oder Tintenfisch und Muscheln. Perfekt für jeden der sich nicht entscheiden kann und von allem mal gerne etwas probieren möchte. Weil es uns hier so gut gefallen hat, war wir hier sogar zweimal zum Essen.
Kloof Street House
Das Kloof Street House ist wohl eines der besten Steakhäuser in Kapstadt und ein wahrer Geheimtipp. Von außen wirkt das Restaurant fast etwas unscheinbar. Mit dem ersten Schritt betritt man aber eine wunderbar geheimnisvolle Atmosphäre – eingehüllt in Kerzenschein und Skurriler Deko, gepaart mit einem Mix aus alten und neuen Möbeln. Am besten frühzeitig reservieren, denn es ist immer ausgebucht. Den Tisch hatte ich über das Online-Booking bereits aus Deutschland heraus gebucht.

Wir hatten hier tatsächlich das beste Steak unserer gesamten Reise. Und einen der besten Nachtische – Cheesecake mit Salted-Caramel-Popcorn-Topping. Wer in Kapstadt ist, sollte hier Essen gehen.

