Pinguine und jede Menge Wein

Betty´s Bay

Auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel, für die kommenden 2 Nächte, wollten wir uns ein ganz bestimmtes Südafrika-Highlight nicht entgehen lassen – Pinguine! Der bekannteste Spot zur Beobachtung dieser niedlichen und witzigen Tiere ist wohl Boulders Beach. Aber auch ein Besuch in Betty´s Bay lohnt sich allemal. Nachdem man das Kassenhäuschen passiert hat, führt ein Holzsteg durch das Areal der Pinguine. Stunden hätten wir damit verbringen können, einfach nur die kleinen Kerlchen zu beobachten, wie sie sich in der Sonne räkeln oder leicht tollpatschig ihren Weg zum Wasser meistern. Für jeden, dessen Weg an Betty´s Bay vorbeiführt, empfehlen wir einen Stopp.

Winelands

Was wäre ein Roadtrip durch Südafrika ohne einen Besuch in den Winelands? Unweit der Mother City, wie Kaptstadt auch genannt wird, warten unzählige Weinberge und Weingüter darauf entdeckt zu werden. So wollten auch wir, auf unserem letzten Etappenziel der Reise, etwas mehr über den südafrikanischen Wein erfahren und ihn natürlich auch probieren.

Ein Gläschen Rosé

Bei der Recherche nach möglichen Unterkünften und „Must-see Zielen“ sprangen mir gleich zwei Städte entgegen – Stellenbosch und Franschhoek. Aber für welche Stadt sollten wir uns entscheiden? Stellenbosch ist für viele das Herz der Winelands – zugleich zweitälteste Stadt Südafrikas, Herberge einer Universität und liegt ca. 1 Stunde Autofahrt von Kapstadt entfernt. Uns hat Stellenbosch mit seinen kleinen Straßen, dem von Alleen umringten Stadtkern und den süßen Cafés und Läden sehr gut gefallen – allerdings nur auf der Durchfahrt. Unsere Wahl fiel auf Franschhoek, auch oder vielleicht sogar wegen der Möglichkeit einen Tag das Angebot der Wine Tram zu nutzen. Zum anderen sind wir der Empfehlung von Martha und Klaus von „Mein Kapstadt Urlaub“ gefolgt.

Die Wine Tram ist eine „Weingut Hop-on Hop-off Tour“. Sie bietet eine gute Möglichkeit die umliegenden Weingüter auf entspannte Art zu erkunden. Die Fahrten zwischen den Weingütern werden entweder in offenen, grünen Straßenbahnbussen oder mit einer Straßenbahn im Vintage-Stil zurückgelegt. Angefahren werden insgesamt 26 Weingüter auf 8 verschiedene Touren, wobei je 2 Touren die identischen Weingüter in unterschiedlicher Reihenfolge anfahren. Die Touren sind nach Farben benannt und legen unterschiedliche Schwerpunkte. Mal geht es in die Region westlich von Franschhoek oder hoch hinaus in die Berge. Vereinzelt kreuzen sich die Linien auch. Neben dem Wine Tasting, welches mit einem kleinen Unkostenbeitrag verbunden ist,  bieten viele Weingüter zusätzliche Aktivitäten und Angebote an, wie Führungen durch den Weinkeller oder die Weinberge. Auf Maison kann man sogar anstatt eines Wine Tastings auch ein Whiskey Tasting machen. Einige dieser Zusatzangebote sind mit zusätzlichen Kosten verbunden und müssen im Vorfeld gebucht oder reserviert werden. Auch die Tickets für die Wine Tram sollte man im Vorfeld buchen, da die Tagestickets limitiert und manche Routen sehr beliebt sind.

Wir haben uns für die Orange Line entschieden, bei der die folgenden Weingüter angefahren werden:
Allée Bleu – Babylonstoren – Backsberg – Boschendahl – Noble Hill – Plaisir de Merle – Solms Delta – Vrede en Lust.

Mit dem Kauf der Tickets erhält man einen Sticker, farblich passend zur gewählten Linie, der während der Tour gut sichtbar auf der Kleidung angebracht werden soll, sowie einen Fahrplan mit allen Abfahrtszeiten und einer Übersicht aller Aktivitäten pro Weingut. Man darf sich nichts vormachen, alle Weingüter einer Tour schafft man nicht an einem Tag – vor allem nicht, wenn man überall eine Weinprobe machen möchte.

Nach einem ersten entspannten Nachmittag in Franschoek, bei dem wir gemütlich durch das Städtchen geschlendert sind und uns auf die Suche nach einem Restaurant für den Abend begeben haben, ging es für uns am nächsten Morgen schon um kurz nach neun Uhr in Richtung Wine Tram Treffpunkt – dem Kassenhäuschen im Zentrum von Frankschhoek.

Den ersten Teil der Strecke legten wir per Bus zurück, der uns zum kleinen Bahnhof der Straßenbahn brachte. Dort wechselten wir in die Straßenbahn, die uns an den Weingütern Plaisir de Merle und Vrede en Lust vorbei führte während wir mit einem Glas Wein begrüßt und mit weiteren Informationen zu An- und Abfahrtszeiten versorgt wurden. Den letzten Teil der Strecke zu unserem ersten Ziel, legten wir wieder mit dem Bus zurück. Die Wahl für die Orange Line war auch der Grund, wohin uns der erste Stopp bringen sollte – Babylonstoren. Das Weingut ist ein sehr beliebter Social Media Spot unter den Südafrika- und Kapstadt-Reisenden. Und so wollte ich wissen, ob die Bilder und Berichte auch wirklich das halten was sie versprechen.

Kakteen-Garten in Babylonstoren

Bevor es also zu unserem ersten Wine Tasting ging, haben wir das Weingut und seinen wunderschönen Garten erkundet und uns selbst ein Bild von Babylonstoren gemacht. Was soll ich sagen – wir waren begeistert. Neben einem wunderschönen Garten, der in unterschiedliche Areale unterteilt ist, findet man auf dem Gelände auch einen Souvenirshop, einen Farmshop mit Bäckerei und einen Metzger. Für jeden Fleischliebhaber lohnt sich ein genauer Blick hinein. Natürlich durfte auch das obligatorische Bild im Kakteen-Garten nicht fehlen. Aber machen wir uns nichts vor, auf den Bildern wirkt er weitaus größer als er in Wirklichkeit ist. Nach knapp 2 Stunden Erkundungstour ging es für uns zum ersten Wine Tasting des Tages. Entscheiden kann man, wie auf den anderen Weingütern unserer Tour auch, zwischen einer unterschiedlichen Anzahl an Weinen oder nach den persönlichen Vorlieben. Immerhin ist nicht jeder ein Liebhaber von Rotwein oder Weißwein. Zu jedem Wein erklärt der Sommelier kurz die Hintergründe zum Anbau, Alter und Geschmack. Nach der Weinprobe machten wir noch einen kleinen Abstecher in die gegenüberliegende Scheune. Hier entdeckt man die Düfte des Gartens in eigens hergestellten Seifen, Duftkerzen und Badeölen. Auch wir haben etwas von dem Duft von Babylonstoren mit nach Hause genommen, den so ganz ohne Andenken wollte ich diesen beeindruckenden Ort nicht verlassen.

Wine Tasting mit Ausblick

Unser nächster Stopp sollte das Weingut Vrede en Lust sein. Leider hat uns weder das Weingut, noch der Wein oder das Personal überzeugt, weswegen ich auf dieses Weingut nicht näher eingehen möchte. Aber vielleicht macht ihr eine andere Erfahrung und wir haben einfach nur den falschen Tag oder eine falsche Person erwischt.

Unser dritter Stopp war das Weingut Allée Bleue. Nach dem Trubel und den Menschenmengen in Babylonstoren und Vrede en Lust, ging es hier eher ruhig zu. Wir wurden freundlich empfangen und ließen uns, mit einem herrlichen Ausblick auf die Weinreben, bei einer kleinen Snackplatte, eine Auswahl an Secco und Weißwein auf der Terrasse des Restaurants schmecken. Unser Sommelier nahm sich ganz besonders zu Herzen, dass Martin (mein Freund) kein großer Rotweintrinker ist und passte die Weinprobe dahingehend an.

Wine Tasting auf dem Weingut Allée Bleue

Gestärkt brachen wir zu unserem letzten Weingut-Stopp auf. Im Bus trafen wir noch 3 weitere Pärchen aus Deutschland, mit denen es gemeinsam zum Wine Tasting in Boschendal ging. Wir bezogen ein schönes Plätzchen unter Bäumen im Halbschatten und wählten für unser letztes Wine Tasting des Tages eine ausgewogene Mischung aus Secco, Weiß- und Rotwein.

Blick auf Boschendal

Für den Abend verabredeten wir uns mit den frisch gewonnen Bekanntschaften, bevor es für uns in unser Guesthouse zurück ging. Erstmal brauchten wir eine Pause und eine große Flasche Wasser.

Für die Buchung des Guesthouses hatten wir uns auf Martha und Klaus verlassen und wurden wieder nicht enttäuscht. Fast wären wir bei der Anreise an unserem Guesthouse vorbeigefahren. So unscheinbar wirkt es von außen. Hinter dem Empfang erwarten einen jedoch 11 liebevoll und individuell eingerichtete Zimmer, ein Pool mit umliegendem Garten und eine Terrasse zum Entspannen.

Da in Franschhoek auch Abends Wachpersonal in den Straßen unterwegs ist, haben wir auf ein Uber oder unserem Mietwagen verzichtet und den Weg zu den Restaurants stets zu Fuß zurückgelegt.

Restaurantempfehlungen

Reuben´s
Mit etwas Glück haben wir für unseren ersten Abend in Franschhoek noch einen Tisch im Reuben´s bekommen. Das Lokal hatten wir beim Schlendern durch die Stadt entdeckt und nach einem Blick hinein und auf die Speisekarte wussten wir, dass wir hier Essen gehen wollten. Nach einer Begrüßung mit selbstgebackenem Brot und leckeren Dips, ließen wir uns das Tartar und den Springbock schmecken.

Tartar im Reuben´s

Hussar Grill
Steakhouse-Kette mit entspannter Atmosphäre, in der wir am zweiten Abend waren. Fleisch und Beilagen werden separat bestellt. Als Weinbegleitung gab es einen Wein aus Boschendal. Was für ein perfekter Abschluss.

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